Viele Jahre lang waren Regen bringende Tiefdruckgebiete mit Frauennamen, sonnige Hochs mit Männernamen belegt.
Kein Wunder, dass sich die Frauen darüber ärgerten. Mittlerweile wechselt die Geschlechtervergabe jährlich ab. Und die Namen können einfache Bürger relativ günstig selbst vergeben, womit sie sogar die meteorologische Forschung unterstützen.
Die Namensvergabe für Hochs und Tiefs stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Der US-Wetterdienst benannte Taifune im Pazifik in alphabetischer Reihenfolge mit weiblichen Vornamen. Damit konnte man sich einen besseren Überblick über die Wettersituation verschaffen, vor allem wenn gerade mehrere Taifune gleichzeitig auftraten. Dies war so hilfreich, dass bald Hurrikane im Atlantik ebenfalls mit Namen versehen wurden.
Die damalige Studentin Dr. Karla Wege fand das eine grossartige Idee. Sie schlug 1954 am Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin vor, auch europäischen Druckgebilden Namen zu geben.
Seitdem wurden in alphabetischer Reihenfolge weibliche Vornamen an Tiefdruckwirbel, männliche für Hochdruckgebiete vergeben. Bis Ende 2002 gab es 10 Durchgänge durch das Abc (also 10 x 26 = 260 Namen für Hochs und 260 Namen für Tiefs), die nacheinander abgearbeitet wurden, bis man wieder mit der ersten Liste begann.
Im November 2002 wurde die Aktion Wetterpate ins Leben gerufen. Zwar folgt man weiterhin der alphabetischen Reihenfolge, doch nun können einfache Bürger, die das schlechte oder heisse Wetter letztlich ertragen müssen, ihren Vornamen auf der Wetterkarte der Nachrichtensendungen wiederentdecken.
Einem Hoch können Sie für 299 Euro und einem Tief schon für 199 Euro Ihren Wunschvornamen geben. Die Tiefs sind nicht günstiger, weil sie mieseres Wetter liefern, sondern weil Tiefs kürzer leben als Hochs, der Name also schneller wieder aus den Wetterberichten verschwindet.
Im Jahr werden durchschnittlich 150 Tiefs gezählt und 50 bis 60 Hochs.
2008 tragen Hochdruckgebiete männliche und Tiefdruckgebiete weibliche Vornamen. Im Jahr 2009 wird es der Gleichberechtigung zuliebe umgekehrt sein.
Im November 2007 feierte die Aktion Wetterpate ihr 5-Jahres-Jubiläum. Über 1000 Menschen aus 13 europäischen Ländern sowie Japan und den USA konnten bereits als Wetterpaten begrüsst werden.
Mit den Einnahmen werden Forschungen von Studenten und Instituts-Mitarbeitern finanziert. Anfang 2002 war ihnen das Geld für langfristige Klimareihen gestrichen worden. Da kam die Idee mit den Wetterpaten auf.
Werden Sie Wetterpate.