Interview mit
Lucien Nigg
Herr Nigg, wie viele Tiere beherbergt der
Greifvogelpark in Buchs?
Wir haben 150 Greifvögel, die zu rund 70 verschiedenen Arten gehören. Viele davon fallen heutzutage unter den Artenschutz.
Welche ist die grösste, welche die kleinste Vogel-Art in Ihrem Park?
Zurzeit ist der Kleinste unser Sperlingskauz. Er ist etwa 10 Zentimeter gross und wiegt 150 Gramm. Am grössten sind der Geier mit etwa 8 Kilo Körpergewicht und der Riesenseeadler, der zwischen 9 und 12 Kilogramm erreicht. 2009 werden wir auch einen Kondor bei uns beherbergen. Das ist der grösste Greifvogel überhaupt. Er kann bis zu 14 Kilogramm Körpergewicht haben und eine Flügelspannweite von mehr als drei Metern erreichen. Ein wahrer Riese.
Sie trainieren Raubvögel. Ist das nicht gefährlich?
Wir haben im Verlaufe der Jahre viel Erfahrung im Umgang mit diesen Tieren sammeln können. Ein Restrisiko ist aber immer vorhanden. Denn es sind und bleiben Raubtiere. Diese Gefahr muss gut eingeschätzt werden, kann aber auf ein Minimum reduziert werden. Man sollte sich aber an ein paar Richtlinien halten. Zudem ist dieses Risiko auch sehr individuell. Wie jeder Mensch hat auch jedes Tier seine eigene Persönlichkeit, seinen eigenen Charakter. Darum achten wir auch immer auf das Wesen des einzelnen Tieres. Aber auch weitere Einflüsse wie zum Beispiel die Witterung oder die Tagesform kommen hinzu. Es ist sehr wichtig, die Tiere gut zu kennen und viel Einfühlungsvermögen zu haben.
Was sind die Ziele, wenn Sie mit der Ausbildung eines Jungtieres beginnen?
Am Beginn steht der Vertrauensaufbau zwischen Mensch und Tier. Die weiteren Ziele werden etappenweise festgelegt. Diese sind auch vom Wesen des einzelnen Tieres abhängig. Man muss seine Eigenschaften und Talente erkennen und fördern. Innerhalb der ersten drei bis vier Monate wird ersichtlich, ob das Tier für die Ausbildung geeignet ist und was man genau mit ihm trainieren kann.