Seine Restaurants «Ojo de Agua» und «Bärengasse» in Zürich: Man ist angespannt, versucht täglich, das Beste zu geben und hofft, dass es gelingt. Ohne kompetente Partner hätte ich das nicht angepackt, aber ich habe im richtigen Moment Nicolas Maeder und Patrik Bruderer getroffen, die exzellente Gastgeber sind.
Kunst: Ob das, was ich tue, in der bürgerlichen Wahrnehmung Kunst ist, ist mir nicht wichtig. Das Leben ist ein Nichts, etwas Unbedeutendes. Und Kunst ist für mich eine Auseinandersetzung mit dem Nichts, eine Annäherung daran, eine Darstellung davon. Genau damit beschäftige ich mich in meinen Projekten wie der «Boule d’Or Centenaire», einer Kugel, die bis ins Jahr 2108 achtmal eine Strecke auf einem Holzbalken zurücklegt und ansonsten in einem Schacht versenkt ist. In der Galerie Jamileh Weber in Zürich sind aktuell Zeichnungen von mir ausgestellt, die ich in Sekundenschnelle angefertigt und dann mit zwei, drei Sätzen versehen habe. Ich habe mich also mit den Kreaturen, die quasi selber entstanden sind, auseinandergesetzt. Das ist auch eine Form des Ausdrucks von Dasein und Nichts. Letztlich geht es im Leben darum, ob man in der Zeit, die einem zur Verfügung steht, Spuren hinterlassen und sich dann glücklich und in einer gewissen Gefasstheit und Zufriedenheit verabschieden kann – statt ständig hinter dem «Rüebli» herzustrampeln.
Delegieren: Ich bin während 6 bis 8 Wochen auf meiner Biofarm in Argentinien und bilde mir nicht ein, dass es ohne mich und meine Entscheidungen nicht geht. Entscheidend sind klare Strukturen – ich vertraue einer guten Person, dem Verwalter der Farm, und komme gut damit klar. Viele scheitern daran, dass sie denken, es gehe nicht, ohne dass sie sich einmischen. Ich kann gut delegieren und loslassen und hänge nicht so an Sachen. Ich brauche mich nicht als Chef zu empfinden.
Die neue CD «Touch Yello»: Wie jedes unserer Alben evoziert «Touch Yello» beim Hörer Stimmungen, Bilder und Szenen eines Spielfilms. Deswegen haben wir das Album auch visuell umgesetzt. Der Film «Touch Yello» ist ein virtuelles Konzert, das am 1. Oktober mit Live-Performances des weltbekannten Jazz-Musikers Till Brönner und Balladen der Sängerin Heidi Happy in Berlin uraufgeführt wurde. Das neue Album ist typisch Yello – mit verschiedenen Aspekten und sehr rhythmischen, bombastischen Stücken voll von Ironie.
Seinen Film «Lightmaker – Director’s Cut»: Ich habe mit erzwungenen Unterbrüchen über 20 Jahre an diesem Film gearbeitet. In einem deutschen Filmlabor wurde ein Teil der Negative zerstört und es dauerte acht Jahre, bis ich den Prozess gewonnen hatte und das noch intakte Negativ wieder zurück bekam. Die nachfolgende Postproduktion und das Resultat, das zum Festival in Berlin 2001 eingeladen war, überzeugte mich nicht, der Film war mir entglitten. Deshalb bin ich die ganze Postproduktion inklusive Schnitt noch einmal neu angegangen und habe nun endlich den Film, den ich mir vorgestellt habe. «Lightmaker» hatte am 26. September im Rahmen des Zürich Film Festivals Premiere.